Ihr Kreativtipp: Wie Sie Innovations-Bremsen auflösen


Wie oft wurden kreative Ansätze aus Angst vor Neuem ausgebremst? Wie häufig wurde die Idee aus dem Kollegenkreis unter Beschuss genommen und dann doch nicht umgesetzt? Ihr Kreativtipp nennt typische Innovations-Bremsen und zeigt, wie sie gelöst werden können.

Unternehmen leben von Ideen

Wenn Denkprozesse geblockt werden, kommt es zur unternehmerischen Stagnation: Kreativer Output sinkt gegen Null, Produkte und Dienstleistungen bleiben in ihrer Entwicklung stehen. Schade! Doch das muss nicht sein. Spielregeln für den kreativen Prozess helfen, Ablehnung in Zustimmung umzuwandeln. Aber: Es ist ein Prozess, auf den sich alle Beteiligten einlassen müssen und der überwacht werden muss. Von einem Moderator, der den kreativen Schwung stets voranbringt und gleichzeitig eine Schutzhülle für ihn konstruiert:

Keine Angst vor Kritik an der eigenen Person oder Abteilung

Der Ruf nach Innovationen ist laut und geht durch alle Branchen: Es werden Ideen-Werkstätten, Innovations-Abteilungen oder gar Kreativ-Wettbewerbe ins Leben gerufen mit dem Ziel, phänomenale Neuerungen zu schaffen. Dass dort Ideen sprudeln, ist ausdrücklich erwünscht. Hier entstehen die kleinen und großen Verbesserungsvorschläge – mal beschleunigen sie Produktions-Abläufe, mal entsteht ein Konzept für die interne Mitarbeiter-Belohnung, mal werden Produktdesigns angepasst oder Dienstleistungen für den Kunden (stark) vereinfacht. Solange die Vorschläge nicht dramatisch in fremde Hoheitsgebiete bzw. Verantwortungs-Bereiche eingreifen, herrscht Einigkeit: Solange nicht zu viel umgekrempelt werden soll, werden Ideen abgenickt.

Doch was geschieht, wenn mit viel Elan neue Ansätze vorangetrieben werden? Wenn sie plötzlich in andere Kompetenzen eingreifen oder gar einst Verworfenes wieder aufgreifen? Die Idee wird mit beinahe allen Mitteln torpediert – man möchte sie frühzeitig im Keim ersticken. Denn Kollegen oder Abteilungen möchten in ihrem Arbeitsalltag weitermachen wie gewohnt – und nicht von neuen Ansätzen aus einem ruhigen Fahrwasser getrieben werden. Kritik kommt auf – und die damit verbundenen Killerphrasen: „Das haben wir schon versucht – und es hat nichts gebracht“, „das ist zu teuer“, „das möchte der Kunde so nicht haben“.

Regel Nr. 1: Keine Kritik!

Kritik bremst
das Gehirn, das gerade damit beginnt, sich „warmzulaufen“, den Prozess des schöpferischen Denkens zu starten. Auch die vermeintlich „konstruktive“ Kritik ist hier fehl am Platz. Denn es gibt keine dummen Ideen. Das sollte unbedingt zum Verhaltenskodex gehören und im Unternehmen fest verankert sein. Nur wenn dieser Rahmen geschaffen ist, denken alle kreativ und teilen ihre Ideen auch mit. Eine offene und freundliche Atmosphäre ist also wichtige Voraussetzung. Erst so entstehen meist die besten Einfälle.

Regel Nr. 2: Quantität vor Qualität

Während der Ideenfindung gilt: Quantität vor Qualität. Oft kommt es hier zu einem gedanklichen Fehler, nach dem Motto: „Wir wollen nicht viele Ideen, sondern die beste.“ So bauen Sie enormen Erwartungsdruck auf. Befreien Sie Ihr Gehirn von diesem Stress und sammeln Sie einfach nur alle Ideen, die Ihnen in den Sinn kommen. Sie werden merken, dass Sie entspannter sind und so viel mehr Einfälle haben. Am Schluss können Sie die Ideen aussortieren und bewerten.

Persönliche Befindlichkeiten ausschalten

Wie oft verurteilen wir Ideen, nur weil sie von einer bestimmten Person kommen? Persönliche Abneigungen, Vorurteile und Befindlichkeiten stören und bremsen den Innovations- und Ideenfluss enorm. Kommt es zu Reibereien, Spannungen oder gar zu Mitarbeiter-Mobbing, ist es höchste Zeit zu handeln. Und ganz konkret muss hinterfragt werden: Wieso kommt es immer wieder dazu, wenn Person A Vorschläge äußert? Möglichst sollte ein neutraler Beobachter hier intervenieren – nicht auf eigene Faust, sondern per Handlungsauftrag aus der Führungsebene. Nur das sorgt im ersten Augenblick für Vertrauen und Akzeptanz. Jetzt muss kritisch hinterfragt – und die Betroffenen befragt werden.

Regel Nr. 3: Keine Hierarchie

Alle im Team sind gleich. Mit anderen Worten: In der Ideenfabrik gibt es keine Hierarchie. Und keine Vorurteile. Alle befinden sich auf einer Ebene – mit Ausnahme des Moderators.

Verbesserungsvorschläge zulassen

Gemeint sind hier nicht Vorschläge, die aus dem Unternehmen kommen, sondern Anmerkungen, die ins Unternehmen hinein getragen werden. Zum Beispiel durch Kundenfeedback: Freuen Sie sich über Lob, seien Sie aber über kritische Äußerungen nicht erbost oder enttäuscht. Sehen Sie Kundenmeinungen als kostenlose und ehrliche Ansichten – die ganz ohne Ideenfabrik entstehen. Ignorieren sollten Sie das auf keinen Fall, sondern sammeln und auswerten: Gibt es Wünsche, die immer wieder auftauchen? Mehrfachnennungen sollten Sie unbedingt besprechen und nach Möglichkeit umsetzen. Denn letztlich dient es dazu, Produkt oder Dienstleistung immer weiter zu optimieren und (noch) vorhandene Schwächen nach und nach zu verbannen. Wer zu stolz ist und Kunden kein Gehör schenkt, verpasst leider eine gute Chance für Kundenbindung und Weiterentwicklung der eigenen Produkte.

Regel Nr. 4: Nehmen Sie Anregungen auf

Auch hier gilt die Bereitschaft, andere Ideen weiterzuentwickeln.

Den Gedanken freien Lauf lassen

Es gibt Unternehmen, die Mitarbeiter an der langen Leine führen. Hier gibt es Budgetverantwortung bis zu gewissen Beträgen oder der Wichtigkeit des Themas angemessene Entscheidungsfreiheit. Klarer Vorteil: Unternehmen appellieren an die Eigenverantwortung, stiften Vertrauen und sorgen für Freiräume. In Kreativabteilungen ist es von großem Nutzen, wenn Mitarbeiter ihren Gedanken freien Lauf lassen – und sich auch in Details verrennen dürfen. Klarer Nachteil: Wer zu sehr auf die Selbstdisziplin achtet, verliert schnell den Fokus – und vor allem die Führung seiner Mitarbeiter. Was hilft? Meetings im festen Turnus, bei denen Ideen und Ergebnisse vorgelegt werden müssen. In denen die nächsten Schritte besprochen werden. Unternehmen, die die richtige Balance zwischen Freiraum und ergebnisorientierter Zieldefinition schaffen, profitieren langfristig – von der Mitarbeitermotivation, -loyalität und letztlich auch vom kreativen Output.

Noch ein Wort zum Schluss …

Rahmenbedingungen für den kreativen Output zu schaffen, ist das eine. Das andere: Techniken und Methoden anzuwenden, die den Innovations- und Ideenfluss mächtig ankurbeln. Denn schließlich ist niemand geduldig genug, um auf Geistesblitze zu warten. Sie kommen leider viel zu selten und sind oft genug nur ein kleiner Funke. Für die ständige Ideenproduktion muss ein Werkzeugkasten parat stehen, der Kreativität auf Abruf garantiert. Und genau das wartet im Seminar Kreativitätstechniken auf Sie. Das nächste Mal am 20. + 21. September in München.

Aus dem Seminar: Mit 6 Methoden auf Ideen-Fang

Aus dem Seminar: Mit 6 Methoden auf Ideen-Fang

Zu den täglichen Herausforderungen zählen: „auf Abruf kreativ sein“, „auch unter Zeitdruck neue Ideen entwickeln“ und „alte Fahrwasser verlassen“. Denn: Der Ruf nach Innovation und neuen Ideen ist laut. Doch im Alltag, wo Hektik und Erwartungsdruck herrschen, braucht unser Gehirn gezielte Anstöße, um der Kreativität auf die Sprünge zu helfen. Im Seminar Kreativitätstechniken ist das möglich. 
Diese 6 Techniken helfen bei der Ideen-Jagd