Ihr Kreativtipp: Wieso Sie auf Ihren Bauch hören sollten …

Ob "Schmetterlinge im Bauch", mal wieder "etwas auf den Magen schlägt" oder eine Entscheidung "aus dem Bauch heraus gefällt" wird: Hinter alltäglichen Redewendungen steckt mehr. Mit mehr als 100 Millionen Nervenzellen beeinflusst der Bauch unser Handeln. Wie Kopf und Bauch zusammenarbeiten, lesen Sie in Ihrem Kreativtipp.


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Sie Ihren Bauch!

Oft kommt es vor, dass Entscheidungen "schwer im Magen liegen" oder "Bauchschmerzen verursachen". Schon vor einer Entscheidung spielt uns das Bauchgefühl einen Streich. Was sprichwörtlich in aller Munde ist, können Sie ganz bewusst nutzen. Denn hin und wieder ist es ratsam, bei Entscheidungen auch auf den Bauch zu hören. Fakt ist: Viele Entscheidungen werden unbewusst getroffen und erst im Nachhinein wird eine rationale Erklärung dafür geliefert. Zwar ist es noch nicht bewiesen, dass das Bauchhirn einen hohen Anteil zu diesen Prozessen beiträgt, sinnvoll aber ist es dennoch, sich auf die innere Stimme zu verlassen. Und ganz nebenbei entlasten Sie so Ihr Kopfhirn bei schwierigen Entscheidungen, da Sie eine zweite Meinung einholen.

Der Bauch als zweite Denkmaschine
Der Bauch ist mehr als ein Übermittler von Signalen. Die nachgewiesene Existenz von mehr als 100 Millionen Nervenzellen hat ein neues Forschungsgebiet etabliert: Die Neurogastroenterologie. So schwer diese Disziplin über die Lippen geht, so leicht finden sich Forscher aller Welt, die dieses wissenschaftliche Neuland ergründen möchten. Der Bauch als "Nabel der Welt" wird also seinem Ruf gerecht. Denn die Verbindung zwischen Psyche und Bauchhirn steht nun im Zentrum der Forschung. Vor ein paar Jahren wäre es noch undenkbar gewesen, dieses Thema seriös zu untersuchen. Zumeist wurde es als Esoterik abgetan, sich zu sehr "auf seine Körpermitte zu konzentrieren". Heute jedoch wird das zweite Gehirn auch aus wissenschaftlicher Perspektive als Überlebensgarant für Leib und Seele betrachtet. So kann das so genannte Bauchhirn Gefühle wie Vorfreude, Ablehnung, Lust oder Unlust je nach Situation abrufen.

Was kann denn das Bauchhirn?
Hier befindet sich, nach dem Hirn im Kopf, die größte Ansammlung von Nervenzellen. Darüber hinaus ist es eine Quelle psychoaktiver Substanzen. Dopamin oder das Glückshormon Serotonin bevölkern unseren Bauch und steuern von dort aus auch unsere Gemütszustände. Der Bauch nährt also nicht nur den Körper, sondern auch den Geist mit einer gelegentlichen Ladung Hormone, deren Ausstoß über das Rückenmark in das "Oberstübchen" geleitet wird.

Dazu arbeitet der Magen-Darm-Trakt relativ unabhängig und benötigt keinerlei Befehle des Gehirns, um seine Arbeit zu erledigen. Mehr noch: Er denkt auch für unser Kopfhirn mit. Wesentlich mehr Informationen als vom Gehirn in den Bauch werden nämlich vom Bauch ins Gehirn geleitet.

Vier Tipps, damit Bauch und Kopf zusammenarbeiten

1. Vertrauen Sie auf Erfahrungen
Rationales, überlegtes und "vernünftiges" Handeln ist von klein auf "antrainiert" und wird stets gefordert. Doch bei einer Entscheidung ein gutes Gefühl zu haben, ist beinahe genauso wichtig. Denn Gefühle bewerten andauernd unsere Erfahrungen, die wir machen. Eine gute Erfahrung dabei bedeutet, etwas wieder tun zu können, eine schlechte Erfahrung heißt vermeiden.

2. Verlassen Sie sich auf Ihr Expertenwissen
Auf Gebieten, in denen wir Experten sind, steht das Wissen stets und schnell zur Verfügung. Selbst bei Kleinigkeiten wissen wir also schnell, was zu tun ist. Dieses Wissen muss nicht extra abgerufen werden – oder darüber nachgedacht werden. Hier entscheiden wir intuitiv und aus dem Bauch heraus. Die Bauchentscheidung stützt bereits vorhandenes und angelerntes Wissen. Schachprofis beispielsweise benötigen nur fünf Sekunden, um sich die Stellung der Figuren in einem fortgeschrittenen Spiel einzuprägen und die Partie "blind" fortzuführen. Hinterfragen Sie also nicht oder blockieren Sie nicht: Einfach machen!

3. Der Kopf sagt ja, der Bauch nein
Häufig gibt es Situationen, in denen zwar die Entscheidung im Kopf bereits gefällt ist, aber noch Einwände vorhanden sind. Man müht sich, kann aber nicht klar dafür oder dagegen entscheiden. Was tun, bevor eine Entscheidung über das Knie gebrochen wird? Gönnen Sie sich eine Verschnaufpause. Später greifen Sie zu Papier und Stift und listen in zwei Spalten das Pro und Contra auf. Was überwiegt? Diese Liste kann dann eine Hilfe sein, um schwierige Entscheidungen abzuwägen.

4. Nicht alles aus dem Bauch heraus entscheiden
Wer auf Knopfdruck "ja" oder "nein" sagt, kann wichtige Einwände übersehen. Denken Sie daran: Das Bauchhirn kann lediglich entsprechende Signale geben und eine Entscheidung vorbereiten. Sich dann aber komplett darauf zu verlassen, führt möglicherweise zu weit. Eindeutige Grenzen sind, wenn Statistiken, Tests oder objektive Maße das Gegenteil einer Bauchentscheidung aussagen.

Ein Wort zum Schluss
Auch bei Ideen geht es darum, das Für und Wider genau abzuwägen und die Machbarkeit zu überprüfen. Manch einer hat mit einer Idee ein "gutes Gefühl", ein anderer womöglich "Bauchschmerzen". Vor- und Nachteile sollten Sie gemeinsam diskutieren oder eine Technik zur Bewertung anwenden. Zum Beispiel die 6 Denkhüte.

Noch mehr Techniken und Methoden hören Sie in meinem Seminar Kreativitätstechniken. Das letzte Mal 2017 am 22. + 23.11. in Frankfurt.

Aus dem Seminar: Mit 6 Methoden auf Ideen-Fang

Zu den täglichen Herausforderungen zählen: „auf Abruf kreativ sein“, „auch unter Zeitdruck neue Ideen entwickeln“ und „alte Fahrwasser verlassen“. Denn: Der Ruf nach Innovation und neuen Ideen ist laut. Doch im Alltag, wo Hektik und Erwartungsdruck herrschen, braucht unser Gehirn gezielte Anstöße, um der Kreativität auf die Sprünge zu helfen. Im Seminar Kreativitätstechniken ist das möglich. 
Diese 6 Techniken helfen bei der Ideen-Jagd