Ihr Textertipp: Tipps gegen Schreib-Blockaden

Wie anfangen? Da möchte einfach nichts in den Sinn kommen. Selbst Profi-Texter greifen auf „Hilfsmittelchen“ zurück, die sie in den Text katapultieren. Wieso professionelles Texten wenig mit spontaner Eingebung zu tun hat, lesen Sie in Ihrem Textertipp.

1. Schritt: Formulieren Sie ein klares Ziel

Wenn das Ziel unklar oder ungenügend formuliert ist, fällt das Schreiben schwer. Und das führt nicht selten direkt zu einer Schreib-Blockade!

Schon vor der ersten geschriebenen Zeile sollten Sie dem Text ein Ziel mit auf den Weg geben! So konkret wie möglich: „20 Seminar-Buchungen“, „10 Verkäufe von Produkt XY“, „30 Buch-Bestellungen“ – oder „2 % Adresskorrekturen aller Angeschriebenen“. Nur dann können Sie zielgerichtet und konkret schreiben. Als stille Erinnerung formulieren Sie das Textziel schriftlich – und heften es an Ihren Arbeitsplatz.

Aus Stichwörtern entsteht der Text

Die Fragen vor der ersten Zeile sind beliebig erweiterbar. Mindestens jedoch müssen Ziel und Aussage klar vor Augen sein. Je mehr Informationen vorab bekannt sind bzw. je mehr Wissen vorhanden ist, desto einfacher gelingen die ersten Worte. Folgende Übersicht erweitert die Text-Konzeption und liefert wie von selbst ein Text-Gerüst:

  • Thema
  • An wen geht der Text / ist der Text gerichtet? Wer liest?
  • Welcher Mehrwert / welche Vorteile?
  • Zentrale Aussage: Was sagen Sie?
  • Wieso sagen Sie es?
  • Ziel

2. Schritt: Denken Sie an Ihre Zielgruppe

Es reicht nicht, die Zielgruppe über soziologische Paragraphen zu definieren. Denn: Wie „spricht“ ein 60-Jähriger, wie eine 30- Jährige? Ohne klare Vorstellung der Zielperson ist ein erfolgreicher Text unmöglich.

Im Umkehrschluss heißt das: Je mehr Sie über Ihre Zielgruppe wissen, desto exakter können Sie formulieren. Nur dann treffen Sie die Sprache Ihrer Zielgruppe. Ganz nebenbei fällt es immer leichter, an vorstellbare Personen als an eine abstrakte Masse zu schreiben.

3. Schritt: Vorteile, Vorteile, Vorteile

90 g ist selten Vorteil genug. Der Texter muss sich mühen, den Vorteil
zu übersetzen
, nicht der Kunde.

Wir wollen wissen, was uns das Produkt oder die Dienstleistung bringt. Deshalb machen Sie aus Produktmerkmalen Vorteile für den Leser. Das Produktmerkmal „Gewicht Smartphone 90g“ bedeutet: Das ist superleicht und liegt angenehm in der Hand.

Sind zwar Vorteile genannt, aber zu abstrakt formuliert, macht sich kein Leser die Mühe, an Ihrer Stelle zu übersetzen. Deshalb ist die Vorteils-Argumentation einfach und klar – niemals aber simpel!

„Kostenlos“ und „gratis“ müssen wir nicht weiter umschreiben. Nehmen Sie den Leser an die Hand und sagen Sie ihm, dass die Hotline rund um die Uhr besetzt ist, dass er zum Ortstarif oder sogar kostenlos telefoniert, dass großzügig auf Reklamationen reagiert wird, dass Reparaturen auch noch nach der Garantiezeit schnell, kostengünstig und zu Gunsten des Kunden abgewickelt werden.

4. Schritt: Die Form entscheidet

Wie erreichen Sie Ihre Kunden am besten? Per Brief, E-Mail, Blogeintrag, über soziale Netzwerke? Egal, wie Sie sich entscheiden: Überfrachten Sie ihn nicht mit zu vielen Informationen – besonders nicht beim Erstkontakt oder zu Beginn einer möglichst langen Beziehung und Bindung. Bieten Sie ihm kleine und leicht verdauliche Informations- und Texthäppchen. Falls Sie mehr zu sagen haben: Verteilen Sie es im Brief auf Beiblättern, führen Sie per Links auf eine Landeseite in die Tiefe.

Der Inhalt muss zur Form passen! Eine exklusive Einladung macht sich schlecht in einer unpersönlich formulierten Massen-E-Mail. Zu einfachen und günstigen Produkten passt keine vielseitige Präsentation. Und die werbliche Aufmachung hochpreisiger Angebote sollte niemals die Anmutung eines 1-Euro-Ladens haben!

5. Schritt: Ideen für Text und Konzept

Manchmal hapert’s einfach nur noch an der richtigen Textidee, am perfekten Schreibanlass oder an einem pfiffigem Konzept bzw. der Gestaltung der Beilagen bzw. an Verstärkern des Werbemediums. Was tun?

Falsch ist, mangels Einfällen zu verzweifeln. Besser: Sammeln! Wichtig ist neben einem guten Text eine Idee, die Ihre Leser begeistert. Nutzen Sie die Flip-Flop Technik, das Brainstorming, die Osborn-Checkliste und machen Sie aus Ihren Texten Lieblings-Lesestoff. Die Einsatzmöglichkeiten von Brainstorming und Co. sind für den Text unbeschränkt. Für Team und Einzelkämpfer.

6. Schritt: Der Texteinstieg

Texteinstiege leiten ein, bereiten auf das Folgende vor oder führen
auf den eigentlichen Kern der Botschaft hin.

Übrigens muss das je nach Medium nicht immer ein ganzer Satz sein. Es reichen auch Verknappungen oder gar Schlagworte, wie wir Sie aus dem Headline-Texten kennen: „Unglaublich: Ab Montag gibt’s alles für die Hälfte. Vorbeikommen lohnt sich.“

Leiten Sie ein, langweilen Sie aber nicht. Niemand liest Textschnörkel gerne, die es gar nicht braucht. Für die Einleitung in der Geschäftskorrespondenz reichen schon 1-2 kurze Sätze, ehe Sie aufs Thema kommen. Grundsätzlich gilt: Kurz, wenn Kürze ausreicht. Falsch, wenn die Einleitung länger ist als die eigentliche Botschaft.

Zum Schluss

Der Werbeleser will die Informationen schnell, knapp und präzise auf den Punkt. Und das hat Konsequenzen für den Textaufbau:

  • Das Wichtigste wird immer zuerst gesagt!
  • Kleine Texthäppchen „ schmecken“ uns besser als lange Textpassagen.
  • Struktur pur kommt mit den Absätzen.
  • Hervorhebungen übermitteln das Wesentliche.

Und vor allem: Formulieren Sie verständlich. Das lernen Sie übrigens auch im Texterseminar. Zum Beispiel das nächste Mal am 03. + 04. Mai 2017 in Stuttgart.

Aus dem Seminar: 6 Methoden für Ihren Text

Texten ist kein Hexenwerk, sondern Handwerk. Und erlernbar. Jede(r) kann es. Auch wir haben uns gefragt: Wie ist Texter-Wissen vermittelbar? In 2 Tagen? Damit unabhängig der Vorkenntnis nach dem Texterseminar klare, präzise und verständliche Texte entstehen. Die Antwort: Eine Methodik, welche die typischen Anforderungen an Texter beachten. In einem modularen Baukasten-System.
Hier sind die 6 Methoden der Textakademie