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Das PS – Blickfang macht Leselust


Jeder kennt das Kürzel am Ende eines Briefes. Das PS. Aber: Ist es überhaupt noch zeitgemäß? Wird es (noch) gelesen? Und wenn wir es verwenden: Was kommt überhaupt hinein? Das sagt Ihnen der Textertipp.


Das PS oder ausgeschrieben Postskriptum bedeutet nachträglich (etwas) dazuschreiben. Früher eine willkommene Möglichkeit, um ausgelassene Botschaften am Briefende anzufügen, ohne den Text erneut zu schreiben oder zu tippen. In Zeiten moderner Textverarbeitung ist das PS schon lange kein Zeichen mehr von Vergesslichkeit. Heute ist es Überbleibsel und Text-Element zugleich. Mit besonderer Funktion: Hier wird die Textaussage betont, die zentrale Botschaft wiederholt oder Besonderes untermalt.


Gute Gründe dafür


Das PS ist nicht neu – sondern im Schriftverkehr allgegenwärtig. Es ist uns bekannt und vertraut. Berührungsängste? Nicht im Geringsten! Hier erwarten wir leicht verständliche Textbotschaften – eine schnelle und einfache Zusammenfassung. Hier lesen wir in ein, zwei oder drei Zeilen wichtige Details, die auf den Punkt treffen. Sie müssen es, wenn das PS wirken soll. Das heißt natürlich auch: Die Wirkung verpufft mit langatmigen Phrasen, gekünsteltem Ausdruck oder gar langzeiligen Formulierungsversuchen. Hier gilt: kurz, knapp, präzise! Und dann ist das PS plötzlich auch möglicher Texteinstieg für den ungeduldigen (Werbe-)Leser. Denn hier vermuten wir eine schnelle und leicht verdauliche Information und nehmen diese gerne auf, ehe wir uns dem Brief Absatz für Absatz widmen. Oder anders gesagt: Für viele sind die letzten Zeilen im Brief die ersten und können somit weiteres Lese-Interesse hervorrufen.

Auch wenn dem PS ein nicht mehr zeitgemäßer Ruf anhaftet: Es hat aufgrund von Lesegewohnheiten seine Daseinsberechtigung. Deshalb muss aber nicht jedes Schriftstück mit einem PS abschließen: Im innerbetrieblichen Austausch kommt es so gut wie gar nicht vor, in der Korrespondenz zwischen Geschäftspartnern ist es genauso selten anzutreffen wie in privaten Briefen. In Printmailings (B2B und B2C) weist es immer noch auf einen Extravorteil hin, genauso wie in E-Mail-Newslettern.


Das Beste kommt zum Schluss


Überlegen Sie sich für das PS: Was reißt Ihren Leser mit, was animiert ihn zum Lesen? Einige Möglichkeiten:

• Der Beschleuniger

Aus dem Versandhandel kennen wir sogenannte „Early Birds“, also besondere Zugaben für schnelle Besteller: „Für die ersten 50 Besteller: Hängematte für den Balkon gratis dazu!“. Wieso nicht auch im PS?

• Der Verstärker

Sagen Sie, wieso Sie besser sind als der Wettbewerb. Zeichnet Sie ein Institut als Testsieger aus? Schwärmen Kunden von Ihrem Produkt? Dann hinein damit ins PS! Zum Beispiel so:

„Zum dritten Mal in Folge: Testsieger unter den Kompaktkameras. Lassen auch Sie sich überzeugen!“

„Heute lassen wir unsere Kunden sprechen: Über 1.000 zufriedene Kunden unter www.sagtunsdiemeinung.de.“.

• Glaubwürdigkeit

Nennen Sie Garantiezeiten und kostenlosen Reparaturservice. Gibt es eine Geld-zurück-Garantie? Auch das ist im PS gut aufgehoben.

• Vorteile und die wiederholte Kernaussage

Für Werbetexte gilt: Orientieren Sie sich an einer Aussage und lassen Sie sich nicht von zu vielen leiten, egal, wie toll Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung ist. Verstärken Sie im PS und liefern Sie gute Gründe für einen Kauf. Nutzen Sie das PS als Köder und betonen Sie die Kernaussage erneut, allerdings aus einem anderen Blickwinkel. Führen Sie weiter aus und verstärken Sie: Die Zeitersparnis mit der neuen Diktiersoftware haben Sie im Text untergebracht? Dann kann im PS Folgendes stehen:

„Sie sparen nicht nur Zeit, sondern synchronisieren und beschleunigen Arbeitsabläufe. Nicht nur bei Ihnen selbst, sondern im gesamten Büro. Testen Sie einfach mal. Sie werden begeistert sein!“

• Der Hinweis auf Beilagen oder weiterführende Informationen

Oft kommt es vor, dass wir in Briefen mehr oder viel zu sagen haben. Oder mit Beilegern arbeiten. Hier kann das PS die Klammer zwischen Brief und weiterführenden Unterlagen sein, indem es diese ganz konkret anspricht:

„Noch mehr Vorteile finden Sie im beiliegenden Prospekt. Gleich mal nachschauen!“

„Ihren 50 Euro Gutschein finden Sie auf der Rückseite. Am besten gleich nutzen.“

„Das Anmeldeformular ist auf der Rückseite. Gleich umblättern und für das nächste Seminar anmelden.“

„Noch unschlüssig? Der Einkaufsberater unter www.beratenlassenjetzt.de zeigt Ihnen alle Möglichkeiten Schritt für Schritt. So kommen Sie schnell und einfach zu Ihrer Küche.“


Das PS in E-Mails


Nicht jeder E-Mail-Newsletter nutzt es. Im Gegenteil: Wir haben in einem unserer E-Mail-Accounts gestöbert und empfangene Newsletter dieses Jahres ausgewertet: 16,5 % wendeten das PS als Stilmittel an, der Rest verzichtete darauf (Gesamtmenge 145). Natürlich ist diese schnelle Probe nicht repräsentativ und nur oberflächlich – Fakt ist aber: Das PS ist kein fester Bestandteil der E-Mail-Kommunikation, kann aber Aussagen pointiert hervorheben, Interesse wecken und Klicks einleiten.

Am besten Sie testen selbst: Denn den tatsächlichen Nutzen kann jeder ermitteln: Per weiterführendem Link können Sie Klickraten auswerten und so wenigstens ungefähr darauf schließen, ob das PS beachtet wird. Zum Beispiel so:

„Die schönsten Urlaubsziele im Juli finden Sie hier. Gleich mal klicken, stöbern und auf den Urlaub freuen.“


Kurzum – auf den Punkt gebracht


Mindestens so häufig, wie über Für und Wider des Postskriptum diskutiert wird, so oft auch über die Schreibweise: Einzig korrekt ist laut Duden die Abkürzung PS. Und so hat es dann seinen festen Platz unter dem Unterschriftenblock und ist davon mindestens eine Leerzeile getrennt.



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