Ihr Kreativtipp: Wie Sie Ideen systematisch auf Erfolg prüfen

Wir kennen sie alle: Killerphrasen, die neue Ideen sofort im Keim ersticken. Dazu gehören: "Das ist viel zu teuer", "nicht umsetzbar" oder "Das haben wir noch nie so gemacht". Diese Kommentare sind ein K.o.-Kriterium und schmettern Ideen ohne weitere Diskussion ab. Doch wie sollen Ideen neutral bewertet werden – ohne persönliche Befindlichkeiten und K.o-Sätze? Wieso bei dieser Frage Walt Disney weiterhilft, lesen Sie im heutigen Kreativtipp.

Der Ruf nach innovativen Ideen ist groß. Aber in vielen Unternehmen laufen Ideen-Meetings immer gleich ab. Was fehlt, sind neue Blickwinkel auf die jeweiligen Problemstellungen. Und der Mut, neue Wege zu gehen. Dabei ist es doch so wichtig, Dinge sinnvoll zu optimieren und Prozesse besser zu machen. Denn der Erfolgsdruck ist groß. Henry Ford meinte: "Wer immer nur das Gleiche tut, wird immer nur das Gleiche bekommen." Mittlerweile können wir uns auf Altbewährtem aber nicht mehr ausruhen. Nur wer Fortschritt praktiziert, kann langfristig am Markt existieren. Der Schlüssel dazu: clevere Ideen zu entwickeln.

Viele Ideen werden aber gleich zu Beginn verworfen. Noch bevor sie zu Ende gedacht sind. Deshalb ist es wichtig, bei der Bewertung einer Idee nach gewissen Spielregeln vorzugehen. Persönliche Befindlichkeiten müssen beiseite geschoben werden und Emotionen dürfen nur begrenzt zugelassen werden.

Warum das mit den neuen Ideen so schwierig ist

Jede neue Idee birgt neben der Chance auch immer ein Risiko. Neues umzusetzen bedeutet auch mehr Arbeit und Initiative. Viele schreckt das ab. In der Forschung ist man sich einig: Großes Konkurrenzdenken verhindert besonders stark kreatives Potenzial bzw. Ideen. Sozialwissenschaftler sprechen dann von Mobbing, wenn die Idee des Kollegen unter allen Umständen scheitern soll. Das schadet nicht nur den Arbeitsabläufen und dem kollegialen Miteinander, sondern dem gesamten Unternehmen. Deshalb ist es so wichtig, sich auf definierte Rollen und ein festes System einzulassen, die solche Effekte bei der Ideen-Überprüfung ausschließen.

Eine bewährte und ganz einfache Variante eines solchen Systems lernen Sie jetzt kennen:

Ideenbewertung mit der "Disney-Methode": Die drei Denkstühle von Walt Disney

Falls der Erfinder der Mickey Mouse einmal mit seinen Ideen nicht mehr weiterkam, setzte er auf ein bewährtes System. Dazu wechselte er systematisch die Perspektive und nutzte 3 nebeneinanderstehende Stühle, auf denen er unterschiedliche Perspektiven einnahm. Stuhl 1 steht für den "Träumer", Stuhl 2 für den "Realisten" und der dritte Stuhl bot Raum für den "Kritiker" in ihm.

Auf Stuhl Nummer 1 schrieb er alles auf, was ihm positiv zu seinem Thema in den Sinn kam. Nachdem er ausführlich die Vorteile gesammelt hatte, wechselte er auf Stuhl 2, wo er seine Ideen realistisch prüfte. Hier sammelte er Informationen und stellte Fragen.

Anschließend ging er über zu Stuhl 3, wo er dann kritisch mit seinen erarbeiteten Ideen ins Gericht ging. Ganz bewusst verließ Walt Disney mit seinem Platzwechsel – dem Aufstehen und Setzen auf einen anderen Stuhl – seinen Standpunkt des jeweils vorhergehenden Stuhls.

Walt Disney teilte also die Ideenbewertung in klare Phasen: die des Träumers, des Realisten und des Kritikers. Und alle waren sie strikt voneinander getrennt. Dabei denkt der Träumer immer positiv. Der Realist konzentriert sich auf Fragen, die noch geklärt werden müssen. Falls die Idee umgesetzt würde, was würde es kosten? Welche Schritte wären nötig? Dann prüft der Kritiker, ob es tatsächliche Gefahren für diese Idee gibt. Aber Vorsicht: Hier geht es nicht darum, die Idee kaputt zu reden, sondern Bedrohungen zu erkennen.

Die Vorteile ...

Weil die drei Sichtweisen fein säuberlich getrennt sind, werden störende und unbewusste Einwände vermieden. Wie oft scheitern gute Vorschläge an untergründigen Gefühlen wie Stolz, Neid oder persönlichen Befindlichkeiten? Wie viele Vorschläge sind schon abgelehnt worden, weil sie von der vermeintlich falschen Person stammten? Bei der Disney-Methode präsentiert nicht einer eine Idee und die anderen kritisieren. Im Gegenteil: Alle suchen gemeinsam nach den Vorteilen. Anschließend erfolgt ein gezielter Perspektivenwechsel und man sucht im Team nach den Schwachpunkten der Idee. So hat jede Idee eine echte Chance und es entsteht ein neutrales Ergebnis, das gemeinsam entwickelt wurde.

Ein Beispiel aus der Praxis

Häufige Frage: Wie bekommen wir als Energieversorger mehr Besucher auf unsere Homepage? Eine Idee, die genannt wird: "Eine kostenlose Energiespar-Fibel wird in anderen Newslettern beworben. Ein Link führt dann auf die eigene Unternehmens-Homepage, auf der die Fibel angeboten wird."

Diese Idee wird nun zur Bewertung an die Gruppe weitergegeben. Alle suchen nach den Vorteilen dieser Idee und sitzen deshalb in der ersten Runde auf dem Stuhl des Träumers.

Argumente der Träumer: "Diese Idee gewinnt viele neue Kunden." "Die Bestandskunden sind von der seriösen Beratung und vom praktischen Mehrwert begeistert." "Erhält viele neue Adressen." "Empfehlungseffekt: Kunde spricht über Tipps aus der Fibel." Es werden alle möglichen Vorteile gesammelt, bis die Runde keine mehr findet. Dann wechseln alle auf den Stuhl des Realisten.

Argumente der Realisten: "Was kostet es?" "Und wer sorgt für die redaktionellen Beiträge?" "Wie hoch soll die Auflage der kostenlosen Energiespar-Fibel sein?" Hier suchen alle gemeinsam nach fehlenden Informationen und erstellen damit eine To-do-Liste, wenn es zur Umsetzung kommt. Anschließend wechseln alle auf den Stuhl des Kritikers.

Argumente der Kritiker: In diesem Fall wurden keine gefunden. Vorsicht: Hier suchen Sie nur nach wirklichen Gefahren. Alles andere hat keinen Platz.

Das Ergebnis: Mit dem klaren Perspektivwechsel prüft man systematisch Vorteile und Nachteile. Es gibt keine unstrukturierten Meinungen, die aufeinanderprallen und eine Lösung am Ende verhindern. Jeder Teilnehmer saß einmal auf jedem Stuhl und hat die Idee objektiv und sachlich bewertet. Jetzt wird abgestimmt, ob die Idee weiterverfolgt oder die nächste Idee geprüft wird.

Ein Wort zum Schluss ...

Die drei Denkstühle von Walt Disney schalten persönliche Befindlichkeiten und endlose Diskussionen aus. Übrigens: Eine Weiterentwicklung zu Walt Disneys Methode sind die "Sechs Denkhüte". Damit beleuchten Sie Ihre Ideen noch differenzierter und optimieren weiter.

Diese und andere Techniken lernen Sie mit vielen praktischen Übungen in Ihrem 100-Ideen-Seminar. Ich freue mich auf Sie!

 

Mit den besten Grüßen

Ihre Claudia Bayerl

Das Business-Seminar: Innovations- und Ideenmanagement

Kreativitätstechniken I und II

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