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Anrede in E-Mails: Formal-korrekt oder emotional anreden?

Anrede in E-Mails: Sehr geehrteGuten TagHallo oder Liebe: Welche Anrede passt wann? Und zu welchem Anlass? Ihr Textertipp hat einige Empfehlungen und weiß, was formal-korrekt ist und wann emotional(er) angeschrieben werden kann.

Formal-korrekt

Besteht kein persönlicher Kontakt, geht die Nachricht an höhergestellte Ebenen oder an Ämter, ist diese Form korrekt: Sehr geehrte Frau / Sehr geehrter Herr.

Mit der formal-korrekten Anrede umgehen Sie Fettnäpfen. Wenn Sie sich unsicher über die Anrede sind, dann wählen Sie stets diese Form.

Wenn Ihnen das zu angestaubt ist, setzen die Tageszeit in die Anrede: Guten Tag Frau / Guten Tag Herr. Beachten Sie aber, dass Sie das nur bei unmittelbar übermittelten Nachrichten nutzen. Sprich: Schreiben Sie guten Tag, wenn es noch hell ist. Schreiben Sie guten Morgen, wenn Sie eine E-Mail vormittags versenden.

Adaptieren Sie hier die Grußformel aus persönlichen Begegnungen. Verknappen Sie jedoch nicht: Ein muffeliges „Morgen“ wirkt nicht nur im persönlichen Dialog harsch und knapp, sondern auch in der E-Mail unhöflich und abgehackt.

(Etwas) emotionaler

Was ist mit Liebe Frau / lieber Herr? Grundsätzlich möglich, wenn bereits Kontakt besteht. Neu hinzugekommene Newsletter-Abonnenten mit Liebe oder Lieber anzureden ist überhastet. Geben Sie der Bindung Zeit, sich zu festigen. Bei immer wiederkehrenden Käufern und treue Kunden können Sie diese Ansprache wagen.

E-Mail-Anrede von unbekannten Personen

Korrekt hier: Die möglichst formale Anrede über Sehr geehrte Frau / sehr geehrter Herr. Ist das Geschlecht unbekannt, kann man es aus dem Vornamen nicht ableiten oder herrscht Unsicherheit, so gehen Sie hier einen Schritt zurück und verallgemeinern in der Anrede: Sehr geehrte Damen und Herren. Das ist zwar nicht die beste Lösung, besser aber, ehe Sie einen Mann zur Frau machen oder umgekehrt.

E-Mail-Anrede von mehreren Personen

Hier haben Sie zwei Möglichkeiten:

1. Die Namen aneinanderzureihen: Sehr geehrter Herr Muster, sehr geehrter Herr Maier.

2. Die Namen untereinander zu schreiben:

Sehr geehrter Herr Muster,
sehr geehrter Herr Maier,

Die zweite Variante bringt Übersicht und eignet sich auf für mehrere Personen. Bedenken Sie: Ladys first. Und es gilt die fortgesetzte Schreibweise nach einem Komma:

Sehr geehrte Frau Muster,
sehr geehrter Herr Maier.

Ausnahme: Sie versenden in die Schweiz! Hier steht nach der Anrede kein Komma.

Anrede unter Kollegen

Hierzu muss kein Stilknigge gewälzt werden. Die Anrede ist wie der Ton im Unternehmen: Formal-korrekt, kumpelhaft-direkt oder elegant-distanziert. Orientierungshilfe bieten interne Textleitfäden und die Corporate-Identity des Unternehmens. Oder die Kollegen am Schreibtisch nebenan.

Wird innerhalb des Teams geschrieben, bietet sich an, mit Liebes Team oder liebe Kollegen den Text zu beginnen. Etwas lockerer wirkt Hallo zusammen, gleichzeitig aber auch unverbindlicher.

Passen Sie die Anrede nicht nur dem Unternehmensstil an, sondern auch der Botschaft: Wenn ein Grillfest publik gemacht wird, reicht das Hallo allerseits.

Denken Sie unbedingt auch, die Geschlechter gleichermaßen anzusprechen. Wer an die Kollegen schreibt, meint mitunter auch die Kolleginnen, vergisst sie aber dennoch in der Anrede. Gendergerechte Sprache hat den kleinsten Nenner in der korrekten Anrede und soll nicht ausschließen, sondern integrieren. Deshalb heißt es freundlich-kollegial: Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen.

Diese E-Mail-Anreden sind nicht mehr zeitgemäß

  • Werte
  • Verehrte
  • Hochgeehrte
  • Fräulein

Das klingt nach Amtssprache und angestaubter Formulierung. Deshalb weglassen!

Aufpassen: Superlative haben in der E-Mail-Anrede nichts zu suchen

Sie formulieren überspitzt, wirken meist höhnisch oder sarkastisch. Wer so formuliert, möchte dem Gegenüber selten etwas Gutes! Dinge, wie Mein Liebster, meine Liebste ist zwischen Paaren und Partnern okay, in der Geschäftskorrespondenz unangebracht. Ebenso wie Teuerste oder Teuerster: So wurde um die Jahrhundertwende um die Hand angehalten, heute ist diese Formulierung überholt.

Geschäftlich: Anrede mehrerer Personen

Hier entscheidet die Rangfolge! Hier gilt die Hierarchie – der ranghöhere Kollege kommt vor dem rangniederen. Also: Den Chef vor dem Assistenten. Geht die Nachricht an viele Empfänger, können Sie auch mit „cc“ arbeiten. Den Projektleiter schreiben Sie direkt an, alle anderen via „cc“ und müssen diese in der Anrede nicht gesondert aufzählen. Hier fungiert die E-Mail als Informationsbasis für alle anderen. Wen Sie dennoch alle unter einen Hut bekommen möchten, kann das mit einer Scheinpersonalisierung arbeiten. Sie suchen also nach einer Bezeichnung, die für alle Angeschrieben gilt. Dann heißt es: liebes Team.

Kurzum – auf den Punkt gebracht

Zusammenfassung Anrede in E-Mails

Offizielle Titel und akademische Grade gehören selbstverständlich in die Anrede von E-Mails. Hier gilt: Je formeller das Schreiben und je ranghöher der oder die Lesende, desto exakter gilt es zu formulieren. Und überlegen Sie sich vor dem Versand der E-Mail: Möchten Sie so angesprochen werden, wie Sie es eben formulieren? 

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