Ihr Textertipp: Wie Sie schneller texten | Textakademie

Ihr Textertipp: Wie Sie schneller texten

Manchmal, oft oder immer ist ein Text besser schon vorgestern als heute fertig. Texte auf Knopfdruck entstehen zu lassen, ist Wunsch und Forderung zugleich. Und lässt Auftragnehmer wie Auftraggeber verzweifeln. Es muss doch möglich sein, Texte schneller zu verfassen wie bisher. Aber wie? Der Textertipp hat ein paar Ideen.


Das Wichtigste zu "wie Sie schneller texten":

  • Vorlagen und Formblätter bringen Schreib-Routine.
  • Nicht ablenken lassen.
  • Ziele setzen: Bis wann soll / muss der Text fertig sein?


Formulieren
Sie ein klares Ziel

Wenn das Ziel unklar oder ungenügend formuliert ist, fällt das Schreiben schwer. Und das führt nicht selten direkt zu einer Schreib-Blockade!

Schon vor der ersten geschriebenen Zeile sollten Sie dem Text ein Ziel mit auf den Weg geben! So konkret wie möglich: „20 Seminar-Buchungen“, „10 Verkäufe von Produkt XY“, „30 Buch-Bestellungen“ – oder „2 % Adresskorrekturen aller Angeschriebenen“. Nur dann können Sie zielgerichtet und konkret schreiben. Als stille Erinnerung formulieren Sie das Textziel schriftlich – und heften es an Ihren Arbeitsplatz.

Sich die richtigen Fragen stellen

Einen Schritt weiter geht eine einfache Abfrage-Mechanik. Hier bringt Sie ein einfaches System zu den ersten Worten: 

  • Was ist mein Thema?
  • Zentrale Aussage: Was sage ich?
  • Welche Vorteile hat der Leser?
  • Wie kommt der Leser an den Vorteil? Was muss dazu getan werden?
  • An wen geht der Text / ist der Text gerichtet?
  • Was ist mein Ziel?

Beantwortet werden diese Fragen in Stichpunkten. So entsteht schnell ein Konzept, aus dem beim Ausformulieren ein stimmiger und in sich geschlossener Text entsteht. Die ersten vier Fragen kommen inhaltlich im Text unter – die letzten beiden sind selbstverständlich nur in der Konzeptionsphase wichtig und werden nicht in den Text übertragen.

Die Fragen vor der ersten Zeile sind beliebig erweiterbar. Mindestens jedoch müssen Ziel und Aussage klar vor Augen sein. Je mehr Informationen vorab bekannt sind bzw. je mehr Wissen vorhanden ist, desto einfacher gelingen die ersten Worte.
 

Texten Sie in Ihren Hochs

Anspruchsvolle Aufgaben erfordern volle Leistung. Ausreichend Kapazitäten gibt der Bio-Rhythmus am Tag zweimal frei: Einmal vormittags, einmal am späteren Nachmittag. Ungeeignet für schwere Tätigkeiten ist die Zeit nach der Mittagspause. Denn dann sind wir eher mit verdauen, als mit denken beschäftigt. 

Abweichungen vom eben aufgezeigten Bio-Rhythmus sind möglich und abhängig der Arbeitsgewohnheiten. Ergründen Sie deshalb Ihren individuellen Ablauf mit Hochs und Tiefs. Dazu machen Sie sich Notizen, wann Sie besonders produktiv sind. Daraus leiten Sie dann später Ihren Tagesablauf ab: Fordernde Aufgaben legen Sie in die Hochphasen, einfache Routine-Aufgaben in die Tiefphasen.


Mit Deadlines arbeiten

„Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht.“ Das Parkinsonsche Gesetz schreit nach Abgabefristen. Und soll langfristig die Planung ermöglichen und davor bewahren, mal wieder auf dem letzten Drücker das Ergebnis zu präsentieren.

Das funktioniert, wenn Folgendes beachtet wird: 

  • Die Frist ist realistisch.
  • Zeit für Kleinigkeiten ist dann, wenn es die Deadline am Ende noch zulässt. Erst wird das große Ganze gelöst.
  • Störer ausschalten: Smartphone beiseitelegen, kommunikativen Kollegen aus dem Weg gehen und wenn möglich, E-Mails und Telefonate für eine bestimmte Zeit ignorieren. Sie widmen sich ausschließlich Ihrer Aufgabe mit der höchsten Priorität.
  • Arbeiten Sie mit Zwischen-Ergebnissen, wenn das Ziel zu Beginn gewaltig und unerreichbar scheint. Sie ebnen dadurch einen Weg und motivieren sich selbst mit jedem erreichten Meilenstein, der Sie dem Ziel ein Stück näher bringt. 

Texten in Intervallen

Einen Schritt weiter geht die Pomodoro-Technik. Sie arbeitet in Zeitintervallen und verlangt häppchenweise Ergebnisse. Ein definierter Takt stellt die Aufgabe in den Mittelpunkt und schließt Ablenkungen aus.

Aufgaben werden in Blöcke definiert. 25 Minuten arbeiten, 5 Minuten Pause. Das bis zu viermal am Stück. Die magische Formel lautet also hier: 25 – 5 – 25 – 5 – 25 – 5 – 25 –5.

Dann folgt eine längere Pause (30 Minuten) und ein zweiter Durchlauf kann beginnen. Ein Timer zeigt die verfügbare Zeit als Countdown und ersetzt die Küchenuhr des Erfinders dieser Technik Francesco Cirillo.


Möglich ist es auch hier, Texte nach dieser Methode zu verfassen. Übertragen auf die Textarbeit klappt das so:

  • Im ersten Intervall (=25 Minuten) wird das Textkonzept stichpunktartig erfasst, nach logischen Sprüngen hin überprüft. Ist noch Zeit, entsteht bereits Rohtext, beginnend mit dem Texteinstieg.
  • Im zweiten Intervall werden Vorteile bestimmt.
  • Im dritten Intervall kommt die Reaktions-Aufforderung samt Schluss hinein.
  • Im vierten Intervall entsteht die Überschrift bzw. Betreffzeile und der Text wird auf Verständlichkeit hin überprüft.

Kurzum – auf den Punkt gebracht

Alle Möglichkeiten und Konzepte sollen vor allem eins: Den Fokus auf die Textaufgabe richten und Störfaktoren gezielt ausschalten. Dann gelingt die Textproduktion schneller.

Wie Sie diese auf eine neue Qualitätsstufe heben, lernen Sie im Texterseminar. Das nächste Mal am 19. + 20.02.2019 in München. Weitere Termine finden Sie hier.

Aus dem Seminar: 6 Methoden für Ihren Text

Texten ist kein Hexenwerk, sondern Handwerk. Und erlernbar. Jede(r) kann es. Auch wir haben uns gefragt: Wie ist Texter-Wissen vermittelbar? In 2 Tagen? Damit unabhängig der Vorkenntnis nach dem Texterseminar klare, präzise und verständliche Texte entstehen. Die Antwort: Eine Methodik, welche die typischen Anforderungen an Texter beachtet. In einem modularen Baukasten-System.
Hier sind die 6 Methoden der Textakademie

 

Hinweis in eigener Sache
Der Textertipp richtet sich an Texter und Texterinnen gleichermaßen. Und an solche, die es werden wollen. Keinesfalls möchten wir mit der Vereinfachung Personen ausschließen; schon gar nicht schreibbegeisterte Leserinnen. Deshalb unser Hinweis: Der Textertipp richtet sich an Personen jeden Geschlechts.