Der Kreativitätstipp: November 2003 | Textakademie

Der Kreativitätstipp: November 2003

Mind Mapping

Nur noch verkaufen reicht heute nicht mehr aus. Das Produkt ist gut und dennoch ist das Kaufverhalten zögerlich. Mehr als je zuvor ist es heute notwendig, den Kunden zum Kauf zu animieren. Eine zielgerichtete und professionelle Kundenbindung reicht oft nicht mehr. Es muss sich etwas ändern, wenn man nicht im Trend die Talfahrt mitmachen möchte. Und am besten ändert man etwas bei sich.

Doch was und wie? Tatsächlich sind viele hilflos auf der Suche nach neuen und Erfolg bringenden Ideen. Doch das ist nicht nötig, denn die Lösung ist ebenso einfach wie wirkungsvoll. Verwenden Sie künftig erprobte Werkzeuge, um sicher zu verkaufsstarken und gewünschten Ideen zu kommen – Werkzeuge wie Kreativitätstechniken.

Es gibt eine Vielzahl solcher einfachen und praxisnahen Techniken, die in dieser sechsteiligen Serie vorgestellt werden. Alle Artikel haben Workshop-Charakter, d.h. Sie können direkt mitarbeiten.

Durch das visuelle Denken und Arbeiten mit Kreativitätstechniken sparen Sie künftig sehr viel Zeit und werden viel Spaß haben. Meine Empfehlung: Arbeiten Sie gleich aktiv mit. Alle Artikel sind mit Symbolen hinterlegt.

 

 

Das Mind Mapping

 

In diesem Teil stelle ich Ihnen das Mind Mapping vor. Mit dieser Technik können Sie in Zukunft 50 Prozent Ihrer Zeit einsparen. Konzepte und Planung werden Sie künftig schnell und übersichtlich zu Papier bringen – ein Muss für jeden, der in Beruf, Freizeit und Ausbildung effizient sein Gehirn einsetzen will.

 

Unsere Welt wird zunehmend komplexer. Nur noch zwei Prozent der Informationen, die an uns vorbeilaufen, nehmen wir bewusst wahr. Um so nötiger ist es, die wichtigen Informationen mit unserem vorhandenen Wissen effizient zu verknüpfen. Und das in kurzer Zeit. Wenn Sie etwas hören, das sich mit bereits bestehendem Wissen verknüpfen lässt, speichert Ihr Gehirn diese Information abruffähiger als eine völlig neue Information.

Sie speichern Wissen also in Kategorien. Und genau in solchen Kategorien fragt das Mind Mapping Informationen wieder ab und mit dieser Technik können Sie Ihr Gehirn hervorragend „anzapfen“. Wenn Sie erst einmal ein paar Mind Maps ausprobiert haben, werden Sie diese Technik nicht mehr missen wollen.

 

Nutzen von Mind Mapping:

> Sie können alle Ihre Termine, Aufgaben und Projekte besser koordinieren.

> Sie bekommen spielend schnell einen Überblick zu jedem Thema.

> Sie sparen sich künftig 50 Prozent Ihrer Zeit.

> Sie sitzen nie mehr vor einem leeren Blatt Papier.

> Auch ungeliebte Themen gehen Ihnen schnell von der Hand.

> Sie organisieren sich blitzschnell selbst.

 

Am besten erstellen Sie bei jeder Aufgabe sofort ein Mind Map, um Ihrem Gehirn eine möglichst lange Inkubationszeit zu geben. Besonders bei ungeliebten Aufgaben ist dies eine enorme Erleichterung und Zeitersparnis.

 

Bevor der Mensch sprechen lernt, verständigt er sich über Bilder. Erst später lernen wir, diese Gedankenbilder in Worte zu fassen. Als Erwachsene lernen wir dann wieder mühsam, unsere Worte in Gedankenbilder zurückzuverwandeln. Um unser visuelles Denken zu beflügeln, verwenden Sie im Mind Map so viele Bilder wie möglich.

 

Der Engländer Tony Buzan entwickelte das Mind Mapping in den 70er Jahren. Heute sind viele Menschen von dieser gehirngerechten Denk- und Arbeitstechnik überzeugt. Tony Buzan bezeichnet das Mind Mapping als einen Spiegel des Denkens (s.a. Buchtipp auf S. 42).

 

Mind Mapping basiert auf den Erkenntnissen der Gehirnforschung und auf der Aufgabenteilung zwischen den beiden Hemisphären des Großhirns. Gedanken aller Art, Ideen, Informationen sowie Problemstellungen können methodisch festgehalten werden.

 

 

 

Mind Mapping leicht gemacht

 

Das Grundprinzip: Gedanken und Ideen müssen nicht sofort in geordneter Form aufgezeichnet werden. Die Methode gestattet es, diese überschaubar in völlig freier und unstrukturierter Weise festzuhalten. Es können zu jeder Zeit Ideen hinzukommen, Unterthemen geschaffen werden usw. Die Grundstruktur ist baumartig aufgebaut, mit Stamm, Hauptästen und Zweigen und Nebenzweigen.

 

Die Grundregeln:

> Thema in Blattmitte – großes Blatt

> Schlüsselwörter: Substantiv

> Linie Thema – Schlüsselwort

> lesbar schreiben

> ein Schlüsselwort pro Linie

> Farben, Bilder, Symbole nutzen

> assoziieren, dann organisieren

> Linien waagerecht zeichnen

Wichtig ist, dass Sie das Mind Mapping afangs häufig üben.

 

 

Sie müssen lernen, in Schlüsselwörtern zu denken. Dadurch wird Ihre Fähigkeit trainiert, Wichtiges in einem Wort auszudrücken. Am besten fangen Sie mit einfachen Mind Maps an wie Einkaufszettel, Urlaubsplanung, tägliche „To-do-Liste“ o.Ä.

 

 

 

Üben Sie einfach mit ...

 

Sie nehmen sich ein großes Blatt Papier und einen Stift und schon geht’s los. Ihr Thema schreiben Sie in die Mitte des Blattes. Zum Üben nehmen wir ein einfaches Thema, z.B. Party. Sternförmig tragen Sie jetzt all die Punkte ein, die Ihnen spontan dazu einfallen. Z.B. „Gäste“, „Bewirtung“, „Motto“, „Termin“ etc. Achten Sie darauf, dass Sie immer auf Linien schreiben, die waagerecht sind. Sonst ist die Verästelung später schwieriger. Fällt Ihnen „Sekt“ ein, hängen Sie diesen Begriff unter „Bewirtung“. Überlegen Sie aber immer vorher, zu welchem Oberbegriff Ihr neues Wort gehören könnte. „Sekt“ könnte zu „Getränke“ und dann wieder zum Ast „alkoholische Getränke“ gehören usw. (s. Abb. unten).

 

So arbeiten Sie sich von Ast zu Ast vor. Ganz schnell wächst Ihre Gedankenlandkarte. Immer vom Allgemeinen zum Speziellen. Sie können beliebig erweitern, springen, verbinden. Nutzen Sie Symbole, Pfeile, Farben. Schreiben Sie ganz einfach alles auf, was Ihnen einfällt.

 

Jedes Mind Map ist anders, denn Ihr Gehirn speichert auch Informationen individuell ab. Deshalb ist ein Mind Map auch oft erklärungsbedürftig. Besonders dann, wenn jemand die Mind Map-Technik nicht kennt.

 

 

Nachteile bei einem handschriftlichen Mind Map sind: > das Blatt ist schnell zu Ende, > nachträgliches Verschieben und Veränderungen sind nur schwer möglich, > ein Mind Map kann schnell unübersichtlich wirken.

 

Deshalb kommen auch viele Menschen besser mit der PC-Software klar. Spätestens nach Etablierung der Software nahm das Mind Mapping auch Einzug in die Business-Etagen. Mittlerweile wird in vielen Unternehmen die gesamte Planung per Mind Map erstellt.